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Liberale Demokratien und der Zwang zum Dienst an der Waffe

Sebastian Schief

In Bezug auf den Zwangsdienst von (zumeist) Männern im Militär einer liberalen Demokratie existiert eine Konfliktlinie zwischen einerseits der Interpretation, dass der Staat in liberalen Gesellschaften den Bürger und die Bürgerin nicht zu Zwangsdiensten jeglicher Art zwingen könne, weil dies ein unbilliger Eingriff in die Freiheit des Citoyens sei. Andererseits verteidigen die Befürworterinnen und Befürworter des Zwangsdienstes diesen mit Verweis auf die Notwendigkeit der Verteidigung liberaler Gesellschaften. Es gäbe dementsprechend einen individuellen Zwang, der sich aus dem zu verteidigenden Ideal einer freien Gesellschaft ableiten lasse. Anhand der Beispiele Deutschland, Schweiz und der USA wird der Zwangsdienst an der Waffe vorgestellt und diskutiert. Die Durchsetzung des Zwangs in der Schweiz wird detaillierter diskutiert, um zu zeigen, dass mit dem Ziel der Verteidigung liberaler Gesellschaften die Citoyens innerhalb dieser mitunter ihrer Bürgerrechte beraubt wurden und Diskriminierungen ausgesetzt waren. Dies, ohne dass je eine Entschuldigung oder Wiedergutmachung durch den Staat erfolgte.

Keywords: Zwangsdienst, Militärdienst, Verweigerung, Schweiz

Vol: 1/2017 - Forum 1.2

DOI: http://dx.doi.org/10.18753/2297-8224-85


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