Familiale Solidarität und gesellschaftliche Reproduktion

Franz Schultheis

Die Familie gilt gemeinhin als eine geradezu archetypische Verkörperung von Solidargemeinschaft.

Hierbei sollte jedoch nicht in Vergessenheit geraten, dass die Familie

nicht nur ein «Hafen in einer herzlosen Welt» ist, sondern zugleich die Rolle einer

zentralen Akteurin der gesellschaftlichen Reproduktion von ungleichen Lebenschancen

und gesellschaftlichen Hierarchien spielt. Dieses Janusgesicht von Solidarität nach

Innen und Selbstbehauptung und Reproduktion von ökonomischen und symbolischen Gütern nach Aussen, das durch Eduard von Hartmann treffend auf den Begriff Familienegoismus gebracht wurde, bringt die elementare Doppeldynamik von gesellschaftlicher Schliessung und Ausschliessung geradezu in Reinform zur Geltung.

Keywords: Familie, Solidarität, soziale Reproduktion, Kapital

DOI: http://dx.doi.org/10.18753/2297-8224-176


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