Auf der Abkürzung ins Paradies: KonvertitInnen als Rekrutierungspotenzial dschihadistischer Gegenkultur

Michael Nollert

Jüdische Heiratsvermittler*innen übernehmen eine wichtige Vermittlerrolle in der

traditionellen Partner*innensuche. Sie lassen sich analytisch zwischen dem Individuum,

der Religion und dem Staat positionieren und ihre Arbeit hat sowohl auf der

Mikro- als auch auf der Makroebene Auswirkungen. Der vorliegende Artikel geht der

Frage nach, wie jüdische Heiratsvermittler*innen dazu beitragen, die transnationale

Vergemeinschaftung des jüdischen Diaspora-Netzwerks aufrechtzuerhalten. Es wird

aufgezeigt, dass jüdische Heiratsvermittler*innen einen wichtigen Beitrag für die

Kontinuität des Judentums leisten, indem sie sowohl die Reproduktion jüdischer Personen

wie auch die der jüdischen Diaspora und des Staates Israel sicherstellen. Das

Beispiel jüdischer Heiratsvermittler*innen macht deutlich, wie gesellschaftliche

Strukturen und Normen individuelles Verhalten beeinflussen und schliesslich einen

für die Kontinuität der jüdischen Gemeinschaft existenziellen Prozess der sozialen

Schliessung unterstützen. Es steht beispielhaft für Triebkräfte von Vergemeinschaftungsprozessen,

welche auch in anderen religiösen Gruppierungen beobachtbar sind.

Keywords:

Vol: 2/2019 - Forum 2.1

DOI: http://dx.doi.org/10.18753/2297-8224-142


© the authors 2017-2020. This work is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International License (CC BY 4.0) Creative commons